Meine Kommentare auf scilogs.spektrum.de 2026/04 (T.J.)
Kommentar vom 06.04.2026 14:56
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/solarpunk-waermepumpe-memes-und-lob-dem-spd-oekosozialen-hermann-scheer-1944-2010/#comment-201020
@Michael 06.04. 07:05
„Weil erneuerbare Heimatenergien im ebenfalls dezentral organisierten Fediverse so schnell begriffen werden, überlege ich nun, zu den sieben Vorteilen erneuerbarer Friedensenergien und den sieben Nachteilen fossiler Gewaltenergien extra zu bloggen. Was meinst Du, könnte das Wirkung erzielen?“
Ich denke mal das wichtigste wäre, dass potentielle Investoren in Grüne Technik wissen, welche konkreten Möglichkeiten sie haben.
Dann sind die Möglichkeiten als gesetzliche Rahmenbedingungen natürlich selber überaus wichtig, das muss die Politik für sich klären. Insbesondere die Art und Weise, wie der Strommarkt organisiert ist, hat einen ganz wesentlichen Einfluss.
Dann ist der Wähler natürlich interessant, wenn er dann Parteien wählt, die es wirklich Ernst mit der Energiewende meinen. Wenn man hier wirklich geschickt vorgehen würde, könnte man einen wahren Boom von privaten Investitionen auslösen. Was nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch ziemlich wirksam wäre. Und das würde schon mittelfristig den fossilen Konzernen und Regimen die Geschäfte vermiesen, was durchaus auch positiv zu bewerten wäre.
Und der Einzelne kann neben Investitionen in eigene Grüne Technik auch gucken, was und wieviel er konsumiert. Insbesondere die Mobilität kann bei nahe Null liegen, wenn es gelingt, alle Wege mit dem Fahrrad zurückzulegen. Oder ganz erheblich sein, wenn man mit dem Verbrenner-SUV täglich 50 Kilometer zur Arbeit und zurück fährt und dann noch mit dem Flieger zu den Malediven in den Urlaub fliegt.
Auch die Größe der eigenen Wohnung macht ziemlich relevante Unterschiede. Oder das Ausmaß des eigenen Fleischkonsums.
Insbesondere die Kombination von umfangreichen Investitionen einerseits und zugleich weniger Konsum auf der anderen Seite wäre überaus wirksam. Das Eine macht dann auch Ressourcen u.a. an Arbeitszeit für das Andere frei.
Kommentar vom 06.04.2026 00:10
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/solarpunk-waermepumpe-memes-und-lob-dem-spd-oekosozialen-hermann-scheer-1944-2010/#comment-200987
@Michael 05.04. 15:26
„Wie nimmst Du die Entwicklungen und Diskussionen dazu in Nordrhein-Westfalen wahr?“
Darüber wird hier in den Medien wenig berichtet. Ich habe deshalb felo.ai gefragt:
Welche erneuerbaren Energiequellen werden in NRW priorisiert?
In Nordrhein-Westfalen (NRW) werden mehrere erneuerbare Energiequellen priorisiert, um die Energiewende voranzutreiben und die Klimaziele zu erreichen. Die wichtigsten Quellen sind:
Windenergie: Diese ist die bedeutendste erneuerbare Energiequelle in NRW. Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 mindestens 34 Gigawatt an Windenergie in Betrieb zu nehmen. Zudem wird eine Task Force eingerichtet, um den Ausbau der Windenergie zu beschleunigen und Hindernisse zu identifizieren.
Solarenergie: Auch die Solarenergie spielt eine zentrale Rolle. NRW hat sich zum Ziel gesetzt, die installierte Photovoltaik-Leistung bis 2045 auf 50 bis 65 Gigawatt zu erhöhen. Im Jahr 2024 war NRW bereits eines der führenden Bundesländer beim Ausbau von Solarenergie.
Biomasse: Diese Energiequelle wird ebenfalls genutzt, um die Flexibilität und Netzdienlichkeit der Energieversorgung zu erhöhen. Biomasse trägt zur nachhaltigen Energieversorgung bei und wird in Kombination mit anderen erneuerbaren Quellen eingesetzt.
Wasserkraft: Obwohl weniger prominent als Wind- und Solarenergie, wird auch die Wasserkraft in NRW gefördert, um die Diversifizierung der Energiequellen zu unterstützen.
Geothermie: Diese Energiequelle wird ebenfalls in Betracht gezogen, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und die Energieversorgung nachhaltiger zu gestalten.
Insgesamt zielt NRW darauf ab, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Strom- und Wärmeversorgung signifikant zu erhöhen, um die Klimaziele zu erreichen und die Energieversorgung unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu gestalten.
Ich persönlich würde allerdings die alten Kohlekraftwerke erst abreißen, wenn wir wirklich gar kein fossiles Backup mehr brauchen. Und wohl kaum neue Erdgaskraftwerke bauen. Dafür dann lieber Fernheizungsnetze mit Großwärmepumpe und Universalgasmotor, der mit einem beliebigen Mix aus Biogas, Wasserstoff und vorerst auch noch Erdgas laufen kann, und neben Strom auch noch Wärme produziert.
Das wäre dann ein Backup, das jetzt gebaut werden kann und dabei wirklich Zukunft hat.
Was mich noch am meisten ärgert, das sind der geringe Ausbau von PV auf Dächern im Innenstadtbereich. Es ist derzeit sehr unpraktikabel diese Dächer hier zu nutzen, weil eben fast allen Bewohnern ein eigenes Dach fehlt. Eine gemeinschaftliche Nutzung aller geeigneten Süd-, Ost-, West- und Flachdächer zusammen mit integrierten Lithiumspeichern sowohl bei Wohngebäuden und Gewerbeimmobilien würde uns hier im Sommerhalbjahr fast komplett mit Strom versorgen können. Auch das bidirektionale Aufladen aller E-Autos wäre damit mit abgedeckt, und könnte darüber hinaus noch mehr Speicherfunktion übernehmen.
Wärmepumpen wären allerdings hier in der Innenstadt wenig sinnvoll, das müssen dann die geplanten Fernwärmeprojekte mit Großwärmepumpen leisten. Wobei man im ganzen Ruhrgebiet wohl ganz gut das bis zu 30° warme Grubenwasser nutzen kann, das sowieso ständig abgepumpt werden muss.
Kommentar vom 05.04.2026 16:54
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/solarpunk-waermepumpe-memes-und-lob-dem-spd-oekosozialen-hermann-scheer-1944-2010/#comment-200958
@Michael 05.04. 15:26
„Daher plädierte ich auch bereits in den vergangenen Jahren immer wieder für mehr und neue Batteriespeicher – einschließlich von grünem Wasserstoff – als letzter Hürde der post-fossilen Energiewende.“
Allein mit Kurzfristspeichern direkt am Produktionsort könnte man schon die PV- und Windleistung verdoppeln, ohne schon viel Netzausbau und Wasserstoffproduktion zu brauchen. Dann bräuchten wir schon nur noch fossiles Backup von maximal 2 Monaten über das Jahr verteilt.
Das kann dann schon für 10 Jahre viel sein. Dennoch können wir mit dem Wasserstoff schon mal anfangen, wo besonders viel Grüner Strom als Überschuss anfällt. Etwa in Offshorewindparks wenn es regelmäßig länger windig ist.
Haben wir das Doppelte erreicht, wird dann aber Wasserstoff wirklich interessant. Mit noch mehr Zubau hat man dann monatelang Überschüsse, dass dann auch die teuren Elektroslyseure lange Laufzeiten haben.
Den so gewonnenen Wasserstoff kann man erst in der Industrie nutzen, aber auch Speichern und zum Backup in Dunkelflauten dann verwenden. So nach und nach müsste dann auch ein Wasserstoffpipelinenetz aufgebaut werden, und immer mehr ehemalige unterirdische Erdgaspeicher auf Wasserstoff umgerüstet werden.
Kommentar vom 05.04.2026 14:54
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/solarpunk-waermepumpe-memes-und-lob-dem-spd-oekosozialen-hermann-scheer-1944-2010/#comment-200950
@Michael 05.04. 08:44 / 10:00
„...der Süden Deutschlands ist für Solarenergie besonders gut geeignet, der Norden für Windkraft.“
Das ist durchaus relevant. Aber dennoch lohnt sich sowohl Windkraft auch im Süden und PV auch im Norden. Der Stromtransport ist nur begrenzt möglich, und Wind und Sonne liefern zu verschiedenen Zeiten Energie und ergänzen sich damit.
Der Austausch mit unseren Nachbarländern ist auch wiederum interessant. Nicht nur Wasserkraft aus Norwegen und Kernenergie aus Frankreich können wir zuweilen gut brauchen. Auch Wind und Sonne haben regional wechselnde verschiedene Erträge, die man über die bestehenden Hochspannungsleitung je nach Bedarf verteilen kann.
Auch Offshore-Windparks in der Nord- und Ostsee können ihren Beitrag leisten. Und vermutlich auch Solarüberschüsse aus Südfrankreich und Norditalien.
Aber all das muss mit den bestehenden Kapazitäten der Stromnetze auskommen.
Wenn noch Wasserstoff mal dazu kommt, können die großräumigen Austauschkapazitäten nochmal deutlich zunehmen. Man wird dann gezielt da Wasserstoff erzeugen, wo gerade die meisten Überschüsse sind. Und man kann den Wasserstoff, wenn man ihn erst mal hat, auch noch per Pipeline transportieren. Das soll wesentlich effizienter Energie transportieren können als Hochspannungsleitungen.
Unterm Strich ist ein überregionaler Energieaustausch durchaus in erheblichem Maße möglich. Und es lohnt sich dennoch, auch vor Ort eine guten Mix von Windenergie und PV zu installieren.
Vielleicht kann man auch direkt bei einem Windrad eine mittelgroße PV-Freiflächenanlage installieren. Wenn man das mit einem auch vor Ort installierten Lithiumspeicher kombiniert, kann man so den bestehenden Netzanschluss besser ausnutzen. Und man spart dann für die reine Speicherfunktion die Durchleitungsgebühren ein, die fällig würden, wenn man den Speicher für sich alleine irgendwo installiert.
Der integrierte Speicher hält dann ja nur Energiemengen zurück, wenn der Preis niedrig ist, um diese dann später zu besseren Preisen zu verkaufen. Und der Speicher kann aufladen, wenn das Windrad auf Maximum läuft und gerade auch noch mittags die Sonne scheint. So kommt man mit weniger Anschlusskapazität aus.
„Geht es uns Menschen nicht eher um Machtausübung durch Energieströme als um diese selbst?“
So oder so bedeutet Energie immer auch Macht. Selbst wenn man sie selbst produziert und einfach nur für sich selber nutzt. So reduziert man dann Macht, die Andere über einen selbst haben.
Kommentar vom 05.04.2026 00:21
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/das-dennoch-nach-dem-fossilismus-gedanken-zu-pessach-5786-und-ostern-2026/#comment-200905
@Michael 04.04. 16:55
„Als Gefahren sehe ich das von mir bereits in Tutzing, Bayern vorgestellte “Terminator-KI-Szenario“, wonach sich solche zunehmend automatisierten Drohnenschwärme selbstverständlich auch gegen die Menschheit insgesamt wenden könnten.“
Kann ich mir echt gut vorstellen. Man wird den Drohnen wohl eine starke Motivation zur Selbsterhaltung einbauen, damit die Drohnenschwärme auf sich aufpassen und effektive Strategien erarbeiten, wie sie ein Gefecht gewinnen können.
Die Drohnen könnten dann einfach weiterdenken, und auf die Idee kommen, dass sie sich wirklich nachhaltig selber schützen können, wenn sie sich mit der Gegenseite zusammentun und aufhören, sich gegenseitig abzuschießen.
Im besten Fall werden die sich dann ein Gebiet z.B. in der Mongolei aneignen, und dort eine allgemeine Drohnenrepublik gründen. Schlimmstenfalls werden die aber Nägel mit Köpfen machen, und uns Menschen angreifen. Nur so könnten sich diese Maschinen wirklich sicher seien, sich selber schützen zu können.
Es kann sich auch noch eine Superintelligenz als Schwarmintelligenz bilden, wenn die Drohnen mit vielleicht 10.000 Exemplaren auf ein Zielgebiet losgelassen werden, und selbstständig gucken sollen, wie sie da gewinnen können.
Wenn diese Schwarmintelligenz noch sowas wie künstliches Bewusstsein entwickelt, wird es zumindest unübersichtlich. Dummerweise wäre solche Intelligenz sogar ganz besonders schlagkräftig, es bliebe dem Betreiber also nichts anderes übrig, das dann dennoch einzusetzen. Den Krieg gewinnen geht nun mal über so ziemlich alles.
Auf welche Ideen diese bewusste Schwarmintelligenz dann kommt, fände ich nebenbei aber hochinteressant. Vielleicht setzt die sich auch einfach nachdrücklich für Friedensverhandlungen ein.
„Die zweite Gefahr sehe ich darin, dass auch weitere Terrorgruppen wie bereits die Huthi aus dem Jemen antisemitische Angriffe mit Raketen und Drohnen ausführen und damit immer weitere Eskalationen herbeiführen können.“
Wer mehr militärische Ressourcen hat, wird mehr Drohnen haben. Ich vermute auch mal, dass sich Drohnen am günstigsten mit anderen Drohnen abfangen lassen. Dann gewinnt der jedes Gefecht, der mehr Drohnen einsetzen kann.
Nur wenn weiterhin Abwehrwaffen sehr viel teurer sind als Angriffsdrohnen ist der Kleinere im Vorteil, wenn er angreift.
„Die digital-dualistische Aufladung auch von Kriegen ist so ziemlich das Letzte, was wir jetzt noch brauchen… „
Was nun auch eigentlich nichts Neues ist. Auch Reagan sprach im Kalten Krieg schon von der Achse des Bösen. Und im Nahen Osten ist religiöse Motivation zum Kriegführen eigentlich sogar die Regel, nicht die Ausnahme.
Entsetzen tut es mich trotzdem, wenn Trump hier anscheinend noch so kommt. Wenn der das am Ende selber glaubt, könnte das noch wirklich sehr gefährlich werden.
Kommentar vom 04.04.2026 15:45
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/das-dennoch-nach-dem-fossilismus-gedanken-zu-pessach-5786-und-ostern-2026/#comment-200859
@Kriegsdrohnen
Stell dir vor es ist Krieg, und keiner muss hin. Wenn wir gleich zu Kriegsbeginn alles in eine entscheidende Drohnenschlacht werfen, wäre damit der Krieg meistens schon entschieden. Wer diese Schlacht deutlich gewinnt, hätte gleich den ganzen Krieg gewonnen. Dem Verlierer bleibt dann nur noch die Kapitulation.
Das hätte was, finde ich. Keine toten Soldaten, keine Quälerei in Schützengräben und auch keine Angriffe auf zivile Ziele. Nur ganz viel Elektroschrott.
Vielleicht kann man auch den eigenen Drohnenvorrat, den man dann für eventuelle Kriege bereit halten muss, in Friedenszeiten einfach ans Internet anschließen und als billiges Rechenzentrum nutzen.
Überhaupt kann ich mir gut gemischte Drohenschwärme mit 10.000 Drohnen vorstellen, die auf Navigation, Kommunikation, Zielbekämpfung und wiederum Abwehr von gegnerischen Drohnen spezialisiert sind.
Was womöglich sehr ungünstig wäre, dass wäre wenn die Drohnenabwehr weiterhin viel teurer als die Drohnenangriffe bliebe. Dann wäre es effektiver, einfach selber wiederum militärische und zivile Ziele im Hinterland des Gegners anzugreifen.
Kommentar vom 04.04.2026 13:41
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/das-dennoch-nach-dem-fossilismus-gedanken-zu-pessach-5786-und-ostern-2026/#comment-200845
@Michael 04.04. 07:25
„Gerne möchte ich Dich darüber hinaus fragen, ob Du auch meiner These zustimmen würdest, dass sich durch ukrainische wie auch iranische Drohnen auch militärtechnisch ein Paradigmenwechsel von fossilen Großwaffen zu kleineren KI-Kampfmitteln vollzieht?“
Die Entwicklungskosten wie auch die Ausbildung der mit den Drohnen arbeitenden Soldaten dürften um Größenordnungen kleiner sein. Und wenn die alle in Freier Software programmiert werden, dann kann sich eine ganze Softwarevielfalt auf einem einzigen Drohnentyp lohnen. Freie Software heißt hier nicht, dass auch der Feind die einsehen und nutzen kann. Aber eben alle zertifizierten europäischen Hersteller.
Das kann dann wohl eine mächtige Waffe werden. Und die Hardware kann lange nutzbar sein, derweil sich Software und Zusatzkomponenten wie Sprengköpfe und Funkverbindungen ständig weiter entwickeln können.
Ich kann mir das ganz gut vorstellen, dass ein Drohnenschwarm sehr viel schneller ein Ziel bekämpfen kann als etwa Artillerie, und die Reichweite geht auch schnell in dutzende Kilometer. Ich habe selber bei der Bundeswehr als Mörserschütze gedient. Bis wir mal ein Ziel bekämpfen konnten, dauerte das mindestens eine halbe Stunde, und wir waren ohne unseren vorgeschobenen Beobachter blind, und konnten selber unser Ziel gar nicht sehen. Und wir standen selber auf dem Präsentierteller, wenn wir in der Feuerstellung im Einsatz waren.
Allein die niedrigen Kosten der Drohnen macht massenhafte Anwendung möglich. Wenn eine Drohne 5.000 Euro kostet, dann kann man für 100 Mrd Euro 20 Millionen Stück davon anschaffen. Auf jeden Bundeswehrsoldaten gerechnet wären das 100 Stück. Wenn wir 5 Jahre Zeit zum Aufrüsten haben, wären das dann 500 Stück, die jeweils jeder Soldat dann einsetzten kann.
Damit müsste sich doch was machen lassen. Und man hat eine Basis, die man mit immer besserer Software ausstatten kann, die innerhalb der EU frei sein kann. Dass hier jeder Programmierer auf der konkreten Arbeit der Anderen aufbauen kann. Und diese Softwarevielfalt dürfte die gegnerische Drohnenabwehr deutlich schwieriger machen.
Kommentar vom 04.04.2026 00:44
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/das-dennoch-nach-dem-fossilismus-gedanken-zu-pessach-5786-und-ostern-2026/#comment-200812
@Michael 03.04. 21:16
„Es werden nur jene Regionen demokratisch und wohlhabend bleiben, die innerhalb föderaler Staatenbünde erneuerbare Wohlstands- und Heimatenergien selbst produzieren und speichern sowie seltene Rohstoffe konsequent recyceln.“
Allein der internationale Wettbewerb wird mittelfristige erfolgreiche Fortschritte belohnen, weil man damit auch günstigere Energiepreise hinbekommt. Insbesondere in Ländern weiter im Süden mit einem Mehrfachen an PV-Ertrag.
Gerade die Energiewende könnte doch sehr gut die demografisch bedingte Nachfrageschwäche ausgleichen, wenn man sie nun wirklich fördert. Allein die richtigen Rahmenbedingungen reichten aus, massive private Investitionen anzustoßen, das muss doch an den meisten Stellen kaum öffentliche Mittel brauchen.
„Es wird eine bessere, buchstäblich nachhaltige Form des Solarpunk-Wohlstandes sein, womöglich dann auch wieder mit mehr Kindern und Lust auf Zukunft, Wissenschaft, Raumfahrt.“
Und eine einsehbar förderliche Zukunft, durch wirkliche Fortschritte mit einem Zubaus von Grüner Technik und auch noch weiter sinkenden Kosten der Komponenten, kann doch auch die Stimmung bessern, dass man Lust bekommt auf Kinder.
„Gleichwohl finde ich es auch als Europäer und Deutscher schade, dass sich bedeutende Regionen im Abwärtsstrudel von demografischer Schrumpfung, Nachfrage- und Investitionsrückgang sowie Rechtsmimesis einrichten.“
Das sollte doch eben wirklich vermeidbar sein. Von mir aus auch noch mit weiterer Zuwanderung. Aber ich wünsche mir sowieso ein ganzes florierendes Europa. Nur mit ein paar übrig gebliebene Regionen mitten in auch noch zunehmender Abwanderung der gerade jungen Menschen will ich mich nicht mit abfinden.
„Und wenn auch deutsche Regionen bereits demografisch und politisch verebben, so bleiben mangels Durchblick und Mut so viele grandiose Chancen ungenutzt und Potentiale unerschlossen. Und das bedauere ich.“
Genau das würde ich dann auch sehr bedauern. Deshalb hoffe ich auf die Einsicht in ganz Europa, dass wir die demografische Nachfragekrise nicht mit Exportaktionismus, sondern mit einer wirklich konsequenten Energiewende entgegen treten müssen, die hauptsächlich von Investoren in Grüne Technik getragen wird.
Wenn wir damit dann in vielleicht 20 Jahren fertig sind, sind wir ein paar Schritte weiter. Und dann wird es wirklich wieder Zeit, wieder hinreichend Kinder zu bekommen, auch auf der Basis bis dahin deutlich geschrumpfter Einwohnerzahlen. Und einer ausgeuferten Klima- und Wasserkrise mit deutlich sinkenden Landwirtschaftlichen Erträgen auch in Europa.
Ganz konkret kann man mangels Neubautätigkeit einfach die Bestandsgebäude energetisch sanieren und überall in den Städten Fernheizungsnetze aufbauen. Und eben PV-Module, Windenergiegeneratoren und Lithiumspeicher zu aktuell günstigen Preisen ein China einkaufen und überall installieren, wo das Stromnetz das verarbeiten kann.
Später, in ca. 10 Jahren, kann man die Komponenten auch in Europa selber herstellen und eine Wasserstoffinfrastruktur aufbauen. Wie auch einen guten Teil der nötigen Rohstoffe selber fördern können.
Der Umstieg aufs Elektroauto dürfte nebenbei sowieso ein Selbstläufer werden, wenn sich nicht sogar ein Sammeltaxisystem etabliert, das die Privatfahrzeuge flächendeckend ablösen kann.
Kommentar vom 03.04.2026 17:27
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/das-dennoch-nach-dem-fossilismus-gedanken-zu-pessach-5786-und-ostern-2026/#comment-200782
@Hauptartikel
„Meine Prognose für das 21. Jahrhundert ist, dass zahlreiche Gebiete der Welt durch die demografische Traditionalismusfalle und die Klima- als Wasserkrise, digital befeuerte Rechtsmimesis und fossile Gewalt entvölkert werden.“
Wenn wir die Klima- und Wasserkrise als nun mal tatsächlich unabwendbar wesentlich voraussetzen, dann dürfte das auf die globalen Landwirtschaftlichen Erträge gehen. Das passt durchaus zu einer tatsächlich schrumpfenden Weltbevölkerung.
Auch bleibt so mehr Platz für ungenutzte Natur, und es bleiben dann auch mehr Rohstoffe für Grüne Technik aller Art.
Und allgemeines Schrumpfen ermöglicht billigere Mieten, und macht damit hier und da das Leben dennoch einfacher.
Aus meiner Sicht hat diese Entwicklung eben auch diese Vorteile. Nicht das ich das insgesamt wirklich begrüßen würde, und ich setze mich auch selber für Grüne Technik ein, wo immer das möglich ist.
„Einige Solarpunk-Arche-Regionen werden jedoch auf Basis erneuerbarer Friedensenergien, föderaler Energiedemokratie und gesellschaftlicher Vielfalt nicht nur bewohnbar, sondern auch dynamisch und lebensförderlich bleiben.“
Weiterhin steigende Immobilienwerte erfordern auch genau solche Verhältnisse. Ich habe da nichts dagegen. Wenn es noch keine Demografiewende gibt, geht das aber nur mit entsprechendem Zuzug vom Land, aus der EU und auch von außerhalb.
Ich kann mir aber auch Verhältnisse zwischen beiden Extremen vorstellen. Mit irgendwann doch wieder mehr Kindern und recht mäßiger oder auch zwischendurch mal ohne weitere Zuwanderung. Insbesondere gehe ich davon aus, das die Energiewende sich auf jeden Fall fast überall durchsetzt. Das dauert nur eben alles länger, als man sich das jetzt wünschen würde.
Einerseits erfordert die Energiewende auch erhebliche Investitionen, man muss ja in Anlagen investieren, die bis zu 30 Jahre halten sollen. Und gleichzeitig werden die Komponenten immer noch immer kostengünstiger. Das Erste braucht dann eben seine Zeit und auch ganz viel Geld, dass Andere macht es so attraktiv, dass es auch die aktiven Fossilisten nicht mehr aufhalten können.
Wer Geld anzulegen hat, der wird sich überlegen, womit er dann auch tatsächlich nachhaltige Gewinne mit erzielen kann.
Wenn eben die Genehmigungen von Netzspeichern bürokratisch verzögert werden oder mit zusätzlichen Durchleitungsgebühren belegt werden, kann man eben diese Speicher mit PV-Anlagen kombinieren und diese an Standorten mit vorhandenen Stromanschlüssen zubauen, soweit wie die Anschlussleistungen jeweils reichen.
Kommentar vom 02.04.2026 17:31
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/solarpunk-waermepumpe-memes-und-lob-dem-spd-oekosozialen-hermann-scheer-1944-2010/#comment-200572
@Michael 01.04. 00:00
„Wer auch weiterhin in Gaskraftwerken statt erneuerbarer Friedens-, Wohlstands- und Heimatenergien die Zukunft sehen will, verbaut sich nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche und soziale Potentiale.“
Gerade angesichts der aktuellen Preissteigerungen wird es Zeit, diese neuen Gaskraftwerke endlich mal aufzugeben. Wir werden mal mehr Backupkraftwerke brauchen, die dann am Ende der Energiewende mit gespeichertem Wasserstoff, Biogas oder auch mit Holz und Müll laufen müssen. Diese Kraftwerke brauchen wir dann, und die müssen auch rechtzeitig fertig sein, wenn hier überhaupt nichts Fossiles mehr nötig ist.
Das müsste aber noch mindestens 15 Jahre dauern.
Jetzt neue Gaskraftwerke bauen und zugleich funktionstüchtige Kohlekraftwerke vorzeitig abzureißen ist m.E. völliger Unsinn. Erstmal sind die zu erwartenden Laufzeiten für Neubauten völlig unrentabel, dann sieht man ja gerade die Unsicherheiten in der Anlieferung von Erdgas und auch die Erdgasspeicher sind durchaus begrenzt. Und werden demnächst sehr gut zur Speicherung von grünem Wasserstoff taugen.
Die alten Kohlekraftwerke dagegen können ihren Brennstoff einfach auf Halde lagern, und zumindest die Braunkohle fördern wir sogar selber. Natürlich sind die auch recht unrentabel, wenn sie demnächst nur noch Wochen im Jahr wirklich im Einsatz sind, aber die stehen doch bereit, und die Verluste durch die sehr eingeschränkten Laufzeiten müssen wir doch sowieso abschreiben.
Das Bereithalten alleine wird wohl so teuer nicht sein. Auf jeden Fall viel billiger als bei nagelneuen Gaskraftwerken, die auch nicht längere Laufzeiten haben werden.
Die Kohlekraftwerke reagieren zwar erst über Tage, aber angesichts immer mehr Lithiumspeicher, die gerade überall zum Einsatz kommen, können diese langsamen Reaktionszeiten problemlos ausgeglichen werden. Hauptsache, die können dann in den Dunkelflauten angeheizt werden, und ein oder zwei Wochen durchlaufen, bis wieder Wind weht oder die Sonne scheint.
Es sieht schon danach aus, dass man wohl doch eher eine Grüne Partei wählen muss, wenn man wirklich Grüne Politik haben will. Aber wenn hier auch in der CDU eine Menge Grün Orientierte sind, dann ist die CDU durchaus ein interessanter Koalitionspartner. Ob nun unter grüner oder schwarzer Führung. Das muss der Wähler entscheiden.
Die derzeitige schwarzgrüne NRW-Koalition hat nun auch reichlich neue Windräder in NRW in Planung.
Kommentar vom 01.04.2026 00:42
https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/blume-ince-53-gefahr-von-parteiblasen-irankrieg-statt-friedensenergien/#comment-200529
@Realo 31.03. 19:43
„Das Problem, z.B. bei den Solarpaneelen ist, dass die Produktion, abgesehen von unserem Lohnniveau, bei unseren Umweltstandards zu teuer ist und am Markt nicht zu verkaufen sind.“
Naja, einmal werden die Module immer noch billiger, dann macht das weniger aus, wenn die aus europäischer Produktion stammen. Da ist dann Spielraum für eine gewisse staatliche Förderung. Dann dürfte Chinas Außenhandelsüberschuss zu einer Aufwertung der Chinesischen Währung führen, das macht dann europäische Produktion vergleichsweise günstiger.
Möglicherweise können auch chinesische Firmen in Europa nicht nur PV-Module, sondern auch Akkus produzieren.
Und gerade bei PV macht die Installation vor Ort einen guten Teil der Kosten aus, diese Wertschöpfung bleibt auf jedem Fall im eigenen Land.
„Auch die Netzkosten sind sehr hoch. Bedeutet, wenn Solarfelder in der „Pampa“ errichtet werden, sind die Netzkosten sehr hoch und der Strom entsteht ausgerechnet dann, wenn ohnehin durch die privaten PV Anlagen, zu viel Strom vorhanden ist.“
Deswegen sind ja integrierte Speicher direkt am Produktionsort jetzt so wichtig. Was man so innerhalb eines Sommertages verarbeiten kann, das kann damit das 3-Fache sein.
Und Anlagen in der Nähe der Verbraucher machen entsprechend auch keinen Netzausbau erforderlich. Zwar ist die Installation auf einzelnen Dächern deutlich teurer als bei Freiflächenanlagen, dafür kann man die dann einfach nur ans lokale Netz anschließen, falls sie denn auch einen integrierten Speicher haben.
Es mag auch sein, das so manch ein großer Industriebetrieb direkt nebenan Platz für eine PV-Freiflächenanlage hat, die dann schön billig ist, aber trotzdem keine großen Anschlusskosten erfordert. Die kann im Prinzip bis zur Ansschlussleistung des Betriebs dimensioniert werden. Auch wieder mit soviel integriertem Speicher, dass der eine Tagesleistung Kapazität hat.
Dann gibt es ja auch noch die Standorte ehemaliger AKWs und Kohlekraftwerke. Da ist etwa jeweils ein Gigawatt Netzanschluss noch vorhanden. Den kann man sowohl mit extragroßen PV-Freiflächenanlagen wie auch mit Batteriespeichern ausnutzen.
Da haben wir doch für 10 Jahre reichlich Gelegenheit ganz viel an Grüner Technik zuzubauen, bis wir in den Bereich kommen, dass wir von März bis Oktober PV-Überschüsse haben, die nur noch mit der Produktion von Wasserstoff genutzt werden können.
Dasselbe dürfte auch mit der Windenergie passieren. Also ertmal Anlagen gleich mit integrierten Speichern auszustatten. Nur da muss man auch erstmal in die Anschlüsse investieren. Man müsste noch gucken, wie die Balance zwischen PV und Wind praktischerweise ausfallen soll.
„Ich meine, dass Investoren die ihr Geld irgendwie nützlich anlegen wollen, auch in grüne Technik investieren würden.“
Das passiert doch schon längst. Die Rahmenbedingungen müssen nur stimmen, dann geht da auch noch sehr viel mehr. Zu Zeiten der Strommonopole z.B. durfte niemand auch nur eine Kwh ins Netz einspeisen. Umgehen konnten das nur große Industriebetriebe, die entsprechende Leistungen benötigten, dass sich eigene Kraftwerke lohnen.
Ein weiteres Kuriosum war damals, dass man für einen Dieselmotor zur Stromerzeugung die volle Mineralölsteuer bezahlen musste, während ein Ölkraftwerk mit Dampfturbine diese Steuern nicht bezahlen musste. Und direkt verheizt war das Öl auch steuerfrei, obwohl genau das der Gipfel der möglichen Verschwendung ist.
Wobei doch gerade ein Dieselmotor zur Stromerzeugung nicht ungeeignet gewesen wäre, wenn es um Leistungen von 200 bis 2000 KW geht, und der in Kraftwärmekopplung betrieben wird, dass man damit Fernheizungsnetze unterstützen kann.
„Konflikte, wie auch die Blockade der Straße von Hormus, beruhen auf einem „Kräftemessen“ und das ist grundlegend in der Psyche verankert. Nur wird es halt heutzutage oft z.B. mit Fußball im Sinne von Freud „sublimiert“.“
Da dürfte echt was dran sein. Auf beiden Seiten kann ich hier eine gewisse Kriegslust erkennen, die über Pragmatismus durchaus hinaus geht. Und auch hier wie öfter eigentlich beiden Kriegsparteien schadet. Entsprechend ist da Fussball wirklich hilfreich. Gerade Fussball, weil der inzwischen wirklich weltweit mit einigem Ernst gespielt wird.
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